Schildkröten und Bootsfahrten - Tortuguero

Tortuguero
Kaum hatten wir unser gemietetes Auto in San José zurück gegeben, sassen wir auch schon im Bus nach Cariari. Unser nächstes Ziel war Tortuguero. Tortuguero liegt in mitten eine Naturschutzgebietes an einem Nationalpark und ist nur per Boot (oder Propellerflugzeug) erreichbar.

Anreise
Von San José aus fuhren wir also los nach Cariari. Ein kleines Dorf in dem die meisten Reisenden wohl nur zum Umsteigen verweilen, denn wir mussten hier nochmals in eine Bus, der uns direkt zum Bootsanleger brachte. Der Busfahrer war so nett und sammelte uns sogar an der Haltestelle ein, an der wir aus San José angekommen waren. Die Abfahrt erfolgt eigentlich von einem anderen Busterminal ein paar Meter die Straße runter. Bei ihm konnte man auch das Ticket für das Boot beziehen, was ich mich jedoch nicht getraut habe, weil ich nicht wusste, ob das wirklich das offizielle war. Am Bootssteg angekommen, erwartete uns schon eine lustige Truppe, die uns das Bootsticket für die 45-minütige Fahrt nach Tortuguero verkaufte. Erstaunlicherweise wussten sie sogar unseren Namen, da unsere Unterkunft ihn durchgegeben hatte. Vermutlich um sicher zu stellen, dass wir das letzte Boot erreichen. Die Bootsfahrt ging rasant über den schmalen Fluss immer weiter hinein in den Dschungel. Die Sonne ging langsam unter und hat alles in ein echt schönes Licht getaucht. Nach dem wir bei ein paar Privathäusern noch Waren abgeliefert hatten, kamen wir am Steg in Tortuguero an und wurden bis zum Hostel gebracht, ganz lieb :)
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Schildkröten und Serien
Tortuguero (span. “Tortuga” = Schildkröte) ist bekannt für den Strand an dem jedes Jahr zwischen Juli und Oktober u.a. grüne Meeresschildkröten ihre Eier ablegen. Um sie nicht zu stören, ist der gesamte Strand, egal ob öffentlich oder Nationalpark, von 18 Uhr abends bis 6 Uhr morgens gesperrt. Mit einem Guide darf man jedoch auch in den Sperrzeiten an den Strand. Da wir schon von tollen Erlebnissen anderer dort gehört hatten, buchten wir also eine Schildkrötentour und trafen uns um 19.20Uhr mit dem Guide um in Richtung Strand zu laufen. Auf dem Weg dorthin haben wir dann nich ein Faultier gesehen, welches im Baum saß und Blätter as.
Je nach dem wie viele Leute die Tour buchen, wird ausgelost wann und an welchen Strandteil man warten muss. Darum geht es nämlich - warten. Am Sammelpunkt derer, die den gleichen Strandabschnitt zu gewiesen bekommen hatten, warteten wir auf die Sichtung einer Schildkröte durch die Ranger, die sich am Strand aufhalten und das Geschehnis beobachteten. Als sie dann eine gesehen hatten würden wir zum Strand gelotst, wo es noch mal warten hiess, denn man darf die Schildkröte erst beobachten, wenn sie bereits Eier legt, ansonsten kann es passieren, dass sie unverrichteter Dinge wieder im Meer verschwindet. Als es so weit war liefen wir zu dem Loch der Schildkröte und unsere Guide lotse uns in einem Bogen von hinten an die Schildkröte heran. Dies ist sehr wichtig, denn die Schildkröte empfindet Stress oder sogar akute Gefahr, wenn man sich von der Seite oder von vorne nähert. Wir durften kurz in das riesige Loch mit der riesigen Schildkröte schauen und gingen dann wieder weg. Leider nehmen es nicht alle Guides so genau wie unserer und wir mussten eine Gruppe beobachten, die sicher 5 Min bei der Schildkröte war und von denen sich ausgerechnet der Guide vor der Schildkröte auf hielt und mit einem roten Licht auf sie leuchtete. Mich hat das sehr wütend gemacht und unsere Guide versuchte mehrfach die Gruppe und auch den Guide darauf aufmerksam zu machen. Leider erfolglos. Ich lies mir den Namen und den Veranstalter des Guides geben und am Ende bedankte sich unser Guide bei uns (wir waren eine dreier Gruppe), dass wir so respektvoll mit der Schildkröte umgegangen sind und seinen Anweisungen gefolgt haben.
Auf dem Rückweg war ich dann sauer auf den anderen Guide und überlegte mir, was ich tun könnte. Zurück im Hostel nahmen wir einen Mitternachtssnack, so spät war es geworden und ich schlief mit ein bisschen Ananas und viel Ärger im Bauch ein.
Am nächsten Tag bin ich dann zu dem Veranstalter gestiefelt und habe von dem Verhalten des Guides erzählt. Die Mitarbeiter waren deutlich empört, als sich dann herausstellte, wer der Guide war, kam er dazu. Uneinsichtig behauptete er, das die Schildkröte ja eh beschäftigt sei und so ein Stuss. Naja, die anderen nahmen das Anliegen dann ernster, als ich davon sprach, dass sich do etwas unter Reisenden rumspricht und kein gutes Licht auf sie wirft. Bei Geld fängt dann auch wieder der Artenschutz an :D
Dazu muss man sagen, dass sicherlich 6 Guides mit Gruppen an unserem Strandabschnitt waren und sich alle vorbildlich verhalten haben, bis auf dieser eine.
Anstatt in den Nationalpark zu gehen, machten wir uns einen weiteren entspannten Tag, bei dem ich Serien geschaut und wir zusammen ein bisschen unsere Weiterreise geplant haben.

Abreise
Am Sonntag ging es dann weiter nach Cahuita. Die Abreise erfolgte natürlich wieder mit Boot jedoch in eine andere Richtung nämlich südwärts. 3 Stunden sollte die Fahrt nach Moin dauern, von dort aus brachte uns ein Shuttle nach Cahuita.
Also stiegen wir bei strömenden Regen in das Boot, welches mit ein kleines Dach gegen die Sonne hatte. Es gab ein zweites, welches besser gedeckt war und einer der Passagiere auf unserem Boot beschwerte sich, dass er nicht dort mitfahren durfte. Unsere Gepäck wurde in Müllsäcken verstaut und wir bekamen alle einen Poncho. Unser Bootsfahrer Benjamin nahm alles mit Humor und schon ging es los. Nach ca. 30 Minuten hörte der Regen auf und Benjamin hielt das erste Mal an. Er hatte ein Tier gesehen, was er und zeigen wollte. Und so ging es weiter. Während er über die Lagune bretterte sah er immer wieder für uns unmöglich zu erkennende Tier und fuhr uns zu ihnen. Wir sahen Krokodile, Chamäleons, unzählige Vögel, ein Faultier, eine Affenfamilie, einen Waran und und und. Die Fahrt war der absolute Hammer. Benjamin strahlte mit der Sonne um die Wette und bekam am Ende von allen Trinkgeld. Das andere Boot war ohne Halt einfach durchgefahren und die Passagiere mussten sicher 30 Minuten am Ankunftsort auf uns warten, da wir das Shuttle teilten. Wir waren uns einig: Für so eine Tour wären wir auch gerne 3 Stunden lang nass geworden.
Mit dem Shuttle kamen wir zu unserer vorerst letzten Station in Costa Rica. Ein Campingplatz an der Karibikküste in Cahuita.



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