Salento - Riesenpalmen und frische Luft

Ankunft mit dem Nachtbus

Mit dem Nachtbus ging es für uns von Medellín nach Salento. Nach einer weiteren, kurzen Busfahrt kamen morgens um 7.30 Uhr in Salento an. Auf dem schön gestalteten Dorfplatz lag tiefer Nebel und es war wie ausgestorben. Kein Café hatte auf und auch die meisten Hostels waren noch geschlossen. Wir liefen zu unserem, welches auch noch zu war und entschieden uns dann noch ein bisschen durch das Dörfchen zu laufen. Wir liefen also wieder los Richtung Dorfplatz und begegneten einem ziemlich aufgeregten Rudel Hunde. Einige der Hund waren sich richtig am Fetzen und liefen die ganze Zeit um uns herum. Das war schon ganz schön unangenehm, also flüchteten wir uns in ein kleines Eckcafé, was derweil doch schon geöffnet hatte. Ein paar Hunde hatten die gleiche Idee, wurden aber wieder rausgescheucht. Draussen lief der Hundegangkampf weiter und der Besitzer erklärte, dass das Problem eine läufige Hündin sei, deren Besitzer sie einfach morgens immer auf die Strasse rausliess zum Pinkeln. Darum dreht in dieser Zeit jeden Morgen die ganze Gang männlicher Hund völlig am Rad. Tatsächlich liefen die Hunde zwar um die Menschen rum und an ihnen vorbei, aber sie waren ihnen echt komplett egal. Kaum hatte der Besitzer seine Hündin wieder reingepfiffen, war es schlagartig still. Haha
Nach einem Café und einem Jugo (Smoothie aus Frucht und Eiswürfeln) starteten wir erneut einen Versuch, im Hostel einzuchecken. Wir liefen also wieder zurück und tatsächlich war es geöffnet. Der Besitzer sagte uns jedoch, dass wir am falschen seien, da es zwei Hostel mit dem gleichen Namen gäbe und erklärte uns den Weg. Dort angekommen begrüsste uns eine ältere, sehr liebe Dame, die uns in ein sehr schönes Zimmer führte und uns alle erklärte. Auch wo man im Dorf am besten Mittagessen könnte. Da wir noch erschöpft waren von der Busfahrt, ruhten wir uns ein wenig aus und entschieden, unseren Ausflug am nächsten Tag zu machen.

Das Dorf

Ohne Gepäck spazierten wir wieder durchs langsam erwachte Salento. Wir fanden einen sehr schönen Aussichtspunkt von dem aus wir in das Tal hinter dem Dorf sehen könnten. Der Nebel hatte sich verzogen und wir erhaschten einen schönen Blick, bevor ein Gewitter aufzog, welches uns auch von einem Spaziergang Richtung Tal abhielt.
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Zurück im Dorf kamen wir an der Mittagsempfehlung der Mutter unserer Hostelbesitzerin vorbei. Ein kleines Restaurant an einer Ecke, das rappelvoll war. Wir gingen hinein und uns wurden drei Optionen fürs Mittagessen vorgestellt. Nach der Bestellung ging es dann sehr schnell. Hinter einer Theke befand sich die Küche und dort arbeiteten drei Damen im Akkord. Suppe, Hauptgang, Dessert für alle das Gleiche mit kleinen Variationen. Das Essen war super und kostete nur 3 CHF pro Person.
Salento ist ein süsses Dorf mit vielen kleinen Geschäften und engen Gassen. Die Leute hier leben hier fast alle vom Tourismus und es ist alles sehr entspannt. Die Häuser sind schön zurecht gemacht und besonders der Dorfplatz sieht aus, wie aus dem Katalog. In der Mitte befindet sich eine kleine Parkinsel mit Palmen und aussen herum sind Bars und Restaurants, die Kirche und die Bank. Es gibt kleine Verkaufsstände und die Jeeps stehen bereit zur Abfahrt, für die Leute, die zum Palmental wollen. Ab und an reitet jemand auf einem Pferd vorbei.
Es gibt eine Bar mit mehreren Billardtischen (und Tischen, die aussehen, wie Billardtische nur ohne Löcher, an dem die Dorfbewohner spielen) und einem urigen Barbetreiber, die es uns echt angetan hat. Das Flair ist ganz gemütlich und hier bleibt irgendwie die Zeit stehen. Es gibt eine riesige Kaffeemaschine, deren Bedienung aussieht, als würde man ein Maschinenbaustudium dafür brauchen und es gibt auch nur eine Person die dafür zuständig ist. Hier sind wir ein paar Mal eingekehrt um Kaffee oder Rum zu trinken und vom Tresen aus das Treiben in der Bar und vorne auf der Strasse zu beobachten.
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Das Palmental

Am nächsten Morgen machten wir uns auf Anraten unserer Hostelbesitzerin früh auf den Weg ins Palmental. Der erste Jeep fährt um 6.30 und wir waren die einzigen Touris. Der Rest waren Farmarbeiter, die auf den Bauernhöfen unterwegs ausstiegen oder im Palmental auf Pferdefang gingen, um sie zum Ausreiten fertig zu machen. Wir begannen unsere Wanderung an einem gelben Tor und liefen durch eine sehr schöne Landschaft über Bäche und Tierwiesen. Wie am vorherigen Morgen lag alles in einem tiefen Nebel. Es ging mässig Berg auf und wir sehen – nichts. Weiter auf dem Weg kamen wir in einem Wald und überquerten einen Fluss einige Male auf nicht ganz so stabil anmutenden Brücken. Bis hierhin hatten wir noch keine Menschenseele getroffen. Auf einer Karte der Wanderung war noch ein Kolibri-Haus eingezeichnet, was wir uns anschauen wollten. Da es innerhalb des Waldes liegen sollte und wir schon lange im Wald liefen, dachten wir eigentlich, es schon längst verpasst zu haben. Nach einer kleinen Balance über drei Baumstämme, die als weitere Brücke über den Fluss diente, kamen wir jedoch an die Abzweigung, die uns den Weg hoch zum Kolibri-Haus führte. Oben angekommen, sahen wir schon die ganzen Kolibris und das Haus stellte sich also Wohnhaus raus. Die Kolibris werden dort gefüttert, weshalb sie sich viel dort aufhalten, können aber auch einfach wegfliegen. Es gab ganz viele unterschiedliche Kolibris und es ging ein bisschen zu, wie in einem Bienenstock, da die Kolibris so schnell fliegen. Ausserdem hören sie sich an wie kleine Helikopter beim Schweben. Hahaha echt niedlich.
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Wir bekamen einen Kaffee und ein Arepa (eine Art Maispfannkuchen) und machten uns dann wieder auf den Weg zu den Palmen. Es ging noch einmal Steil bergauf und oben angekommen, sahen wir, dass wir immer noch nichts sehen und genossen einfach mal die frische Luft.
Über eine breite Strasse ging es wieder hinunter und uns kamen nun viele Menschen schnaufend entgegen. Langsam aber sicher sahen wir ein paar von den bis zu 80 Meter hohen Palmen, die hier einfach mitten auf den Wiesen wachsen. Wenig später kamen wir dann an einen Aussichtspunkt und hatten die Palmen nun direkt vor uns. Nach dem einer Weile verzogen sich nun endlich auch die Wolken und wir bekamen einen Blick auf das Tal.

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Einfach unwirklich und ich fand es auch recht lustig, dass die Palmen dort so wie Zahnstocher einfach aus dem Boden ragten. Beim zweiten Aussichtspunkt war die Sicht dann noch besser und man konnte die Pferde erkennen, die zwischen den Riesenpalmen grasen, sowie den Fluss der mitten durch das Tal fliesst. Zwischen den Palmenwiesen wanderten wir weiter nach unten und waren froh, die Tour so herum und nicht andersherum gemacht zu haben.
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Ein Jeep sammelte uns wieder ein und brachte uns zurück nach Salento. Quiz-Frage: Wie viele Leute passen in einen kleinen Pickup-Jeep? Richtig, 11. (Drei sitzen vorne, 4 auf den kleinen Bänken auf der Ladefläche und 4 stehen hinten auf einem Metaltritt.)
Den letzten Tag verbringen wir wieder mit Rumschlendern und eigentlich wollten wir eine Kaffeefarm besuchen, wegen akuter Unlust lassen wir das jedoch bleiben und fahren am nächsten Tag weiter nach Bogotá.