Quito - Altstadt und Essen

Nach unserem Mitternachtsflug und dem Flughafentransfer eines sehr netten Mitarbeiters unseres Hostels, standen wir am nächsten Tag etwas später auf. Das Frühstück war gut und als wir gerade das Hostel verlassen wollten, um die Altstadt anzuschauen, wurden wir darauf hingewiesen, dass es in wenigen Minuten eine Free Walking Tour des Hostels gibt.

Tag 1

Wir entschieden uns daran teilzunehmen und machten uns mit zwei weiteren Hostelgästen und einem Mitarbeiter des Hostels auf den Weg. Der Mitarbeiter war sehr lustig und erzählt witzige und interessante Geschichten über Quito und Ecuador. Als wir am Plaza Grande ankamen, sahen wir eine Protestgruppe, die an einer Absperrung standen und ordentlich Lärm machten. Wir bekamen erklärt, dass die Ecuadorianer gar nicht glücklich sind mit ihrem Präsidenten, der an der Plaza Grande residiert und regiert, und deswegen eigentlich jeden Tag Proteste sind. Scheinbar hatte der alte Präsident, der nicht mehr gewählt werden konnte, den jetzigen als seinen Nachfolger vorgeschlagen. Da die Bevölkerung mit dem Präsidenten zufrieden war, glaubten sie ihm und wählten den aktuellen Präsidenten, der nach der Wahl jedoch sich gegen den alten Präsidenten stellte und nun komplett andere Politik macht, als von der Bevölkerung erwartet. Da Montag war und montags immer ein Wechsel der präsidialen Garde gemacht wird, war der Platz abgesperrt und der Protest besonders gross. Wir liefen aussen herum und als Touristen durften wir durch die Absperrung und die Zeremonie hautnah miterleben.

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Man bekommt ein komisches Gefühl, dort vorne zu stehen und dem feierlichen Wechsel mit geladenen Gästen anderer Länder anzuschauen und zu wissen (und zu hören), dass 20 Meter hinter einem die Bevölkerung gar nicht zufrieden ist, aber ausgesperrt wird.
Nach der Zeremonie liefen wir weiter und kamen an den Mercado Central, eine zweistöckige Halle in der ein Markt ist.

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Man kann Blumen, Gemüse, Obst und alle möglichen toten Tiere kaufen, aber auch Mittagessen. Die Tour endete dort und wir kosteten und direkt einmal durch. Llapingacho (gebackene Kartoffelmedallions, schmecken je nach Koch recht ähnlich wie Rösti), Locro de Papas (Suppe mit Kartoffeln) und noch ein Gericht, dessen Namen ich nicht weiss. Da werden unterschiedliche Maiskörner (gekocht), Lupinen, Gemüse und Kräuter in einen kleinen Plastiksack gegeben und darüber kommt die fruchtig-scharfe Sosse Aji, die es hier überall zum Essen dazugibt. Alles sehr fein und auch sehr günstig. 

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Als Verdauungsspaziergang gehen wir noch hoch zur Kathedrale. Nachdem wir uns in der Kathedrale umgeschaut hatten, sassen wir noch draussen und genossen bei Bier und Kaffee das schöne, angenehm warme Wetter.

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Es gibt einige Schokoladen-Geschäfte in der Altstadt und es wirkt ein bisschen so (zu Recht), als wären die Ecuadorianer genervt von dem Gefasel, dass die Schweiz oder Belgien die beste Schokolade haben, dabei kommen doch die Kakaobohnen aus Ecuador. Wir versuchen zu beschwichtigen und sagen, dass die Milchschokolade in der Schweiz so berühmt ist. Hier in Ecuador gibt es hauptsächlich dunkle Schokolade und die wird als „die richtige“ Schokolade bezeichnet. Stimmt ja auch.

Tag 2

Den zweiten Tag nutzten wir noch mal zur ausgiebigen Erkundung der Altstadt und gingen dieses Mal auf den Turm der Kathedrale hinauf. Dafür geht man über ein Holzbrett auf der Decke des Kirchenschiffes bis zu einer Plattform des Turms.
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Dort könnte man noch über eine scheinbar freischwebende Leiter ein bisschen weiter auf eine zweite Plattform hinauf. Uns genügte der Ausblick hier und wir gingen wieder nach unten, draussen in der Sonne Kaffee trinken.

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Später besuchten wir noch Iglesia de la Compañía de Jesús, eine Kirche, die innen mit ca. 50 kg Gold ausgekleidet ist. Da die Kirche recht gross ist, hört sich das erstmal wenig an. Das Gold ist aber in Micrometerdicke aufgetragen und so ist eigentlich der komplette Innenraum der Kirche aus Gold. Fotos sind im Inneren nicht gestattet, im Internet findet man aber trotzdem welche ;)

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Ausserdem assen wir wieder im Mercado Central zu Mittag und buchten eine Tour zum Cotopaxi.
Einem ca. 5900 Meter hohen, aktiven Vulkan. Dazu mehr das nächste Mal.

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