Quilotoa – Chugchilán – Isinliví

Quilotoa - Chugchilán

Nach einer sehr kalten Nacht in Quilotoa freuten wir uns aufs Loslaufen Richtung
Chugchilán. Wir waren noch etwas unsicher, ob wir den Weg finden würden, hatten uns aber etwas von unserem Hostelbesitzer erklären lassen und er meinte, die Leute hätten keinen Problem den Weg zu finden. Also ging es los, zu Beginn noch auf dem Kraterrand laufend, konnten wir noch einmal die phänomenale Aussicht auf den See geniessen. Uns wurde auch schon recht bald warm, da es auch um den Krater hügelig bergauf und bergab geht. Andere Perspektiven auf den See einzunehmen, machte ihn noch mal interessanter und wir liefen ca. 1/3 des Kraterrandes, bis zu unserer Erleichterung endlich ein Schild Richtung Chugchilán wies. Also ging es links herunter, den See nicht mehr im Blick, eine Strasse hinab. An einer Kreuzung kam ein Wegweiser, der uns einen „abenteuerlichen“ oder einen „sicheren“ Weg nach Chigchulán auswies. Wir entschieden uns für die sichere Variante und liefen den sandigen, breiten Weg weiter hinunter. Bald schon kam die nächste Kreuzung, es gibt zwei offizielle Wege nach Chugchilán. Wir entschieden uns für den Weg, der über ein kleines Dorf Namens „La Moya“ führt und ganze 500 Meter länger sein soll, als der andere. Das mit den Kilometerangaben auf den Schildern verwirrte uns allerdings mehr als es half, denn irgendwie kam das alles nie so hin, wie beschrieben. Was aber eigentlich auch nicht wichtig ist, wir hatten ja genug Zeit. Wir liefen weiter über Wiesen und an einzelnen Bauernhütten vorbei und bekamen immer schönere Ausblicke auf die hiesige Landschaft. Es gab jeweils sehr viele Schilder, die den Weg anzeigten, jedoch die meisten von den Hostels des nächsten Dorfes aufgestellt. Die offiziellen sah man nur ganz vereinzelnd. Nach dem wir auf einem kleinen Grat mit Aussicht in einen Canyon gelaufen waren, stiegen wir weiter bergab, liefen vorbei an einem kleinen Ort mit Kirche und Friedhof, auf dem gerade eine Familie oder das ganze Dorf rum sass, schliesslich war Totenfest. Der 2. November ist ebenso ein wichtiger Feiertag hier, wie der 1. November. Am 1. November ist Allerheiligen, also Tag der Heiligen und am 2. November der Tag der Toten. Die Familien schmücken die Gräber der Toten und feiern ein Fest. Typisch für diese Zeit ist der Ausschank von Colada Morada (Mischung aus Heidelbeere, mit Maismehl usw. sehr fein) mit einem Guagua de Pan (Gebäck, dass aussieht wie ein kleines Kind und gefüllt und verziert ist) dabei.
Unbeirrt liefen wir weiter gerade aus, obwohl der Weg sich teilte.

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Nach einigen hundert Metern waren wir unsicher, weil wir schon so lange kein Schild mehr gesehen hatten, da es aber nur gerade aus ging, beschlossen wir weiter zu laufen. Erneut kamen wir an eine Gabelung und nahmen wieder den Weg, der eher gerade ausführte. Ein Auto kam vorbei und der Autofahrer bestätigt uns, dass wir auf dem falschen Weg seien. Wir liefen als die paar Meter zurück zur Gabelung und nahmen den anderen Weg. Dort wurden wir nach einigen Minuten von einem Bauern aufgehalten, der von seinem Feld aus in die andere Richtung wedelte. Da wir ein einer weiteren Abzweigung vorbei gelaufen waren, versuchten wir diese, bemerkten aber nach ein paar hundert Metern, dass dies ebenfalls nicht stimmen konnte. Wir liefen zurück zur anderen Gabelung und da wir beide nicht so richtig glauben wollten, dass wir bereits am Friedhof falsch gelaufen waren, versuchte es Luki noch mal die andere Strasse hoch, während ich unten bei dem Gepäck wartete. Währenddessen kam ein Autofahrer vorbei und ich fragte ihn noch mal, er bestätigte mir, dass wir tatsächlich zurück zum Friedhof und dann in die andere Richtung laufen mussten. Er fragte auch, ob er uns nicht eben fahren soll. :D voll lieb, aber wir machten das alles ja des Wanderns wegen. Luki kam wieder zurück und wir liefen die kleine subtile Steigung zum Friedhof zurück. Dort richtig abgebogen, kam nach 30 Metern ein riesiges Verkehrsschild mit allen möglichen Wegbeschreibungen und ebenfalls, mit unserem Weg drauf. Yay. Wir hatten ca. 1 Stunde gebraucht für den Umweg und scheinen irgendwo beim Runterlaufen falsch bzw. nicht abgebogen zu sein, denn man läuft eigentlich oberhalb des Friedhofs entlang und dann unvermeidlich auf dieses riesige Verkehrsschild zu.
Beruhigt, dass wir uns wirklich auf regelmässige Schilder verlassen können und dass wir den Weg wieder hatten, liefen wir weiter.
Recht bald ging es steil einen Canyon hinab und wir waren quasi alleine. Wir hatten eine tolle Aussicht und es gab eine kleine Bachquerung im Tal des Canyons. Von dort aus ging es wieder hinauf und der Ausblick tiefer in den Canyon und auf das Plateau auf der anderen Seite, auf dem wir uns verlaufen haben, war beeindruckend.

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Ein kleines Dorf lag noch auf dem Weg, bevor es wieder, dies mal eine Schotterstrasse, bergab und ein letztes Mal recht steil bergauf ging. Oben angekommen, standen wir auch schon vor dem Hostel und nahmen eine schön heisse Dusche. Das Dorf in dem wir waren heisst Chugchilán. Wir gingen noch in den Dorfkern, der (vermutlich) auf Grund der Feiertage gefüllt war mit Menschen, jeder ass etwas von den kleinen Esständen und auch wir kauften eine Kleinigkeit. Zurück im Hostel gab es ein feines Abendessen und dann gingen wir auch schon ins Bett.

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Chugchilán – Isinliví

Am nächsten Tag liefen wir nach einem guten Frühstück gestärkt Richtung Isinliví los. Direkt zu Beginn liefen wir noch mal durch den Dorfkern, der nun, nach der Feier, aussah als wäre er eine Müllhalde. Die Styroporschüsseln, die mit jedem Essen rausgegeben wurden, lagen noch einen Kilometer weiter in Massen am Strassenrand. Ebenso wie Plastikverpackungen und Besteck. Wir liefen ein Weilchen weiter die Strasse entlang und kamen dann wieder in die weniger verdreckte Natur. Nach einem kleinen, weiteren Verlaufensschwenker, sahen wir, dass wir heute wieder den Canyon queren würden, den wir bereits gestern weiter oben durchwandert hatten. Der Abstieg ging gut durch einen komplett abgebrannten Hang und bevor wir an dem nun grossen Fluss, zu dem der Bach des Vortags gewachsen war, langwanderten, nahmen wir noch in einer kleinen Hütte einen Kaffee.

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Die kleine Hütte ist für Wanderer und die ganze Familie half mit, um für uns zu öffnen und einen Kaffee zu bereiten. Ein ganz herzlicher Aufenthalt und wir empfahlen ihn jeden, den wir weiterhin trafen. Unten am Fluss setzten wir uns dann hin und machten eine Essenspause, nachdem wir eine Hängebrücke ohne Geländer überquert hatten.

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Steil, steil bergauf stiegen wir wieder aus dem Canyon hinaus und liefen danach den grössten Teil wieder eine Schotterpiste entlang. Am Ende der Wanderung kamen wir an unserem Hostel im Dorf Isinliví an. Ein wunderschönes, umgebautes, altes Bauernhaus, mit einem Yogaraum und toller Aussicht. Das Hostel ist wirklich auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und man merkt die Verbundenheit zum Dorf und der Natur. Wir hielten uns mehrere Tage dort auf (ohne Internet), gingen mit dem Haushund Baloo spazieren und besuchten die Don Bosco Schreinerei im Dorf. Ausserdem schrieben wir viel für den Blog und lasen Bücher aus der hosteleigenen Bibliothek.
Wunderbar erholt ging es für uns dann auf der Ladefläche des Milchtrucks holprige, aber lustige 40 Min zum nächsten Dorf, von dem aus wir den Bus zurück nach Latacunga nahmen, um unserer restliches Gepäck abzuholen und weiter nach Baños zu fahren.

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