Panama City - Panamamama, Altstadt, Kanal und Ausgang

Heute meldet sich der Gastautor Luki *tusch* (<- Fias Beitrag)

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In Costa Rica haben wir herausgefunden, dass uns das schöne Strandleben nicht so viel gab, wie das hüglige Inland. Deshalb haben wir beschlossen die hochgelobten Strände von Panama auszulassen und direkt nach Panama City zu gehen. Wir entschieden uns gegen die Umwelt und nahmen anstatt der langen Busfahrt den Flieger.

Tag 1

In Panama City angekommen freuten wir uns auf das Hotel, welches auf Booking.com nur gute Noten hatte, um uns vor den nicht immer perfekten Hostels zu erholen. Im Hotel angekommen waren wir ein Bisschen überrascht, wie sich die gute Bewertung zusammensetzt. z.B. war das Quartier hochgelobt, aber es war die dreckigste Gegend, welchen wir gesehen haben, auf der 30min Fahrt zum Hotel. Das Personal war nett, das zweite Zimmer dann auch sauber und die Gegend schien zunehmend interessanter und lag sehr zentral. So machten wir uns auf den Weg in die Altstadt Casco Viejo. Casco Viejo wurde 1673 neu aufgebaut, nach der vollständigen Zerstörung von Panama City durch Piraten. Das Viertel wurde 1997 zum Weltkulturerbe erklärt und ist wunderschön. Man merkt, dass in den letzten Jahren sehr viel renoviert wurde und noch viel in Planung ist.

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Das Viertel ist aber sehr touristisch, als Beispiel: wir haben im Viertel bei unserem Hotel für zwei Menüs und Getränke, soviel bezahlt, wie in der Altstadt für ein Bier. An der eindrucksvollen Meerpromenade mit Sicht auf die Skyline, welche sich über 5Km erstreckt und die Altstadt mit dem Geschäftsviertel verbindet, machten wir uns dann auf den Rückweg. Die Promenade ist sehr eindrücklich und für die Einwohner der Stadt gemacht. Es hat öffentliche und gratis zu nutzende Laufstrecken, Tennisplätze, Fussballplätze, Fitnessgeräte und und und. Man hat das Gefühl die halbe Stadt lässt dort den Abend ausklingen.

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Im Hotel angekommen, fragten wir nach der Dachterrasse mit Ausblick, welche angepriesen wurde. Nach einigen Verständigungsproblemen wurden uns der Weg auf die Terrasse erläutert. Als wir die besagte Türe öffnen konnten, standen wir auf einem normalen Flachdach auf der Dachpappe, mit einem Grill und zwei Liegestühlen. Gross eine Aussicht gab es nicht, aber sonst wurde gehalten, was versprochen wurde. Man muss sagen, das Hotel wurde uns immer sympathischer.

Tag 2

Nach der gelungenen Übernachtung zu dritt, Fia, die blöde Klimaanlage und ich, öffneten wir unser Fenster, welches in den dunkle Gang führte und machten uns auf zum Frühstück. Das Frühstück wurde in ein Restaurant serviert, welches sich sehr sehr unauffällig im Untergeschoss befand. Überraschend gab es eine riesige und hervorragend schmeckende Auswahl. Wir hatten den Frühstückstisch direkt neben einem barocken Springbrunnen. Gut gestärkt wollten wir den Panama Kanal begutachten. Entgegen der meisten Interneteinträge wagten wir uns ans Metro- und Bussystem. Vom Hotel bekamen wir sogar eine Metrokarte mit auf den Weg. Das Metrosystem war, wie erwartet, sehr einfach und das Bussystem stellte sich als gut machbar heraus. Um 10:00 Uhr beim Panama Kanal angekommen begutachteten wir den Kanal, das Museum sowie den im Ticket inkludierten Kinofilm. Das ganze Museum war sehr schön und informativ gemacht. Auf vier Stockwerken konnte man auf eine der insgesamt sechs Schleusen sehen.

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Da eine neue grössere und schnelleren Schleuse für unsere Ebene existierte, abseits der Blicke der Touristen, gingen wir davon aus, dass dort die meisten Schiffe durchgehen und wir deshalb bis 14:30 Uhr warten mussten, bis die ersten zwei Schiffe kamen. Es ist sehr eindrücklich zu sehen, wie die grossen Schiffe, wie in einem Lift eine Etage tiefer oder höher gesetzt werden.
Ob schon wir den Eintritt von 20 Dollar als sehr happig enpfanden, finden wir das sich die Besichtigung sehr gelohnt hat. Wenn man den Kanal anschaut und sich durch den Kopf gehen lässt, dass der Kanal 82km lang ist und den Atlantik mit dem Pazifik verbindet. Der 1914 eröffnete Kanal ist die wichtigsten Wasserstrassen der Welt und wird von über 14’000 Schiffen pro Jahr benutzt. Neben bei haben wir noch erfahren das Panama bis 1903 zu Kolumbien gehörte und es nach der Unabhängigkeit Panamas zum Bau des Kanals durch die USA kam. Der Kanal gehörte den USA, bis er im Jahre 2000 an Panama übergeben wurde.

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Nach dem Panamakanal fuhren wir mit dem Bus in den Stadt Teil San Francisco, da dies der neue trendy Stadtteil sei. Das Viertel stellte sich als echt lohnend heraus, fast an jeder Ecke fanden wir hippe Food Trucks, welche zum Schlemmen einluden. Wir trafen auf viel Streetart und sehr schöne kleine Geschäfte.

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Der Stadtteil ist wohl noch nicht bekannt unter den Touristen, wir haben auf jedenfalls keine gesehen und selbst nur durch Zufall vom Quartier erfahren. Dies wird sich wohl bald ändern. Leider wollten wir schon bald wieder los, da wir noch mit zwei deutschen Frauen abgemacht haben, die wir am Panamakanal getroffen haben, um miteinander das Nachtleben von Panama City zu erkundigen. Wir trafen uns in einer Roof Top Bar (Dachterrasse) mit Sicht auf die Skyline. Es stellte sich heraus, dass unsere Begleitung den ganzen Abend mit verschiedenen Stationen schon durchgeplant hatten und es sehr Reggaeton-lastig wird. Uns war es recht und wir liessen uns mittreissen. In einem Club, wo es nur Einheimische hatte, wurden wir sehr herzlich empfangen und hinter der Bar arbeitete die Mama von allen. Diese Umstände führten dazu, dass dies die letzte Anlaufstelle war, die wir im Morgengrauen tanzend verliessen.

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Tag 3

Fia und ich hatten das Gefühl, dass uns ein panamaischer Folkloremusiker mit seiner Gitarre verprügelt hatte, wie die Musik selbst weinerlich, aber ausdauernd. Zusätzlich hat mich wohl die Klimaanlage die ganze Nacht durch gewürgt. Da uns das Hotel weckte, schafften wir es noch aufs Zmorge (hochdeutsch: Frühstück). Fia wurden sogar noch vom Personal angezündet und sozusagen ausgelacht wegen ihrem schönen aufrechten Gang. Wie gesagt, das Hotel wurde immer sympathischer. Der Rest vom Tag ist schnell erzählt, wir gingen nach einer Pause wieder nach San Francisco essen und zurück ins Hotelzimmer, Dokumentationen über die Nordseeinseln schauen. Wir wissen jetzt, dass es in der Nachkriegszeit auf den Nordseeinseln viele Abwanderungen von Frauen in den Westen gab und es daher viele sympathische und selbständige alleinstehende Männer zwischen 30-40 Jahren gibt.
Ohne gross etwas über Panama City zu wissen und mit einem Aufenthalt von drei Tagen gebe ich jetzt noch meinen Senf dazu. In Panama City hat man das Gefühl in der Stadt geht was und die Leute sind innovativ und lieben ihre Stadt. Die Bevölkerung ist sehr durchmischt von verschiedenen Bevölkerungsgruppen wie auch von Arm und Reich. Es wird mit einfachen Mittel sehr viel erreicht, wie zum Beispiel Strassensperrungen damit die Leute in der Stadt rennen können, oder die ganzen gelungenen Einrichtungen an der Promenade. Vieles sieht sehr neu aus oder ist top erhalten, oder sieht so aus wie es bald renoviert wird. In der Altstadt wird dies wohl mit dem Unesco Weltkulturerbe zu tun haben. Die Metro ist sehr sauber, besser als jede U-Bahn in Europa und Amerika, welche ich gesehen habe und es wird auch noch eine neue Linie gebaut. In der U-Bahn erklärt dir sogar die Polizei einfach so, wie man die Metrokarte auflädt. In vielen Teilen der Stadt sieht es mit den bekannten Grossketten leider aus wie überall. Dies alles hat wohl mit dem schon länger anhaltenden Aufschwung der Wirtschaft in Panama zu tun. Uns hat die Stadt mit ihren Gegensätzen wie die Altstadt und Geschäftsviertel, welche scheinbar auch das Land widerspiegelt, sehr gut gefallen.

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