Cahuita - das Beste kommt zum Schluss

Unser letzter Aufenthalt (abgesehen von einer Überbrückungsnacht in Alajuela für den Flug) führte uns nach Cahuita. Ein kleiner Ort an der Karibikküste Costa Ricas. Viele Reisende kommen hier für einen Tag hin um den Nationalpark anzuschauen, übernachten aber in Puerto Viejo, bekannt für Partys und Strand, ausserdem kann man von dort einen Bus nach Panama zu den Bocas del Torro, Inseln in der Karibik, nehmen. Da wir weder Party noch eine Weiterreise in den Teil Panamas geplant hatten, entschlossen wir uns auf einem Campingplatz die letzten Tage ausklingen zu lassen.

Der Campingplatz

Luki hatte unsere Unterkunft im Internet gefunden und nach einigem Abwägen, entschlossen wir uns, das Zelt mal auszuprobieren. Am Campingplatz angekommen, sahen wir, dass es eigentlich gar kein Campingplatz im eigentlichen Sinne ist, sondern eine Unterkunft mit Räumen, so wie festaufgebauten Zelten im Garten. Um jedes Zelt war noch ein Pavillon aus Bambusstämmen und einem Wellblechdach, so wie Tüchern an der Seite. Wirklich schön und ein guter Schutz vor Regen und Sonne. Ausserdem fühlt man sich direkt ein bisschen privater auf „seinem“ Grundstück. Im ziemlich grossen Zelt stand dann ein richtiges Bett und man hatte sogar Steckdosen und einen kleinen Ventilator. Das Bett war zwar ein bisschen kurz, aber dafür doppelt bequem. Das Klima in dem Zelt war super. Es war nie so heiss-feucht, wie es in den vorherigen Hotelzimmern war, die wir am Meer hatten. Immer ein frisches Lüftchen und wirklich angenehm kühl in der Nacht.

Playa negra und Playa blanca

Cahuita grenzt an gleich zwei Strände. Ein mal die Playa blanca und einmal die Playa negra. Letztere befand sich direkt an der Playa negra und, wie der Name schon sagt, er war schwarz. Der Strand ist schwarz, weil der Sand schwarz ist und das Meer ist dort wesentlich wilder und unruhiger als an der Playa blanca. Zudem gibt es einen Teil mit Felsen, anstelle von Sand. Das war uns nicht so geheuer, also sassen wir zum Essen am Strand, gingen dort aber nicht schwimmen.
Am Nachmittag liefen wir los Richtung „Downtown“, dort wo der Nationalpark inklusive Playa blanca anfängt. Wir liefen an ein paar kleineren und grösseren Geschäften unt Restaurants vorbei, bis wir den Strand sahen. Freudig marschierten wir zielstrebig im weissen Sand aufs Wasser zu, bis uns ein Ranger zurück pfiff. Was wir noch nicht wussten: Der Strand gehört zum Nationalpark und der Nationalpark schliesst um 16 Uhr. Es war 16:03Uhr. Hahaha
Macht ja nix, Abendessen und am nächsten Tag dann Nationalpark inklusive Strand.

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Nationalpark, Tiere und Strand

Am nächsten Morgen stiefelten wir los, der Nationalpark stand auf dem Programm. Vorher aber erst mal frühstücken. Wir fanden ein kleines Restaurant, mit fantastischem Frühstück für wirklich wenig Geld, zu dem wir dann jeden Tag gingen. Das war wirklich lecker da.
Gestärkt ging es los, in den Nationalpark. Eintritt ist gegen Spende, es gibt die Möglichkeit einen Guide zu nehmen für einen Fixpreis. Wir wollten erst mal alleine los. Eigentlich gibt es nur einen Weg der durch den Nationalpark führt und der ist kein Rundweg und 9 km lang. Auf der anderen Seite kann man dann entweder mit dem Bus oder dem Taxi wieder zurück nach Cahuita fahren. Wir haben uns da nicht so viele Gedanken gemacht, da wir erst mal gucken wollten.
Gefühlte zwei Minuten nach dem wir den Park betreten hatten, liefen uns auch schon Waschbären, entgegen. Eine ganze Familie mit Kindern. Richtig süss und gar nicht scheu. Sie kamen natürlich nicht zu den Menschen und füttern ist auch strengstens verboten, aber sie liefen wirklich nah an uns vorbei und einfach den Wanderweg weiter hinunter.

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Weiter ging es, mein erklärtes Ziel war ein Faultier zu sehen. Ich hielt also meine Augen auf die Bäume, Luki seine auf den Weg. :D Es wuselten ganz viele Echsen unterschiedlicher Grösse und mit den unterschiedlichsten Farben auf dem Gehweg und am Rand herum. Sassen alle in der Sonne um zu tanken, beim Vorbeilaufen huschten sie jedoch ganz schnell wieder ins Gebüsch. Vorbei kamen wir noch an Affen die etwas weiter entfernt in einem Baum sassen und standen am Ende vor einer Lagune, mit Ausblick aufs Meer. Wie aus dem Katalog.

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Zum Fotos schiessen, ging Luki einen Teil des Weges zurück und vorne auf den Strand. Als ich dann hinterher lief, zeigten mir zwei andere Wanderer ES. Ein Dreifinger-Faultier! Und zwar mega nah. Und aktiv. Sie schlafen ganz schön viel. So beeindruckend. Bin dann raus zum Strand und habe Luki rangewunken. Als wir wieder zurückkamen, war es wirklich auf Augenhöhe am Baum ca. 10 Meter entfern. Der Oberhammer.

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Jetzt hätte man sich an den Strand legen können, aber nach so vielen Tieren und einem Faultier auf dem ersten Kilometer, waren wir angefixt und liefen weiter in den Nationalpark hinein.
Im Verlauf der Wanderung sahen wir noch weiter Affen (auch mit Babys), super nah und eigentlich über unsern Köpfen, ein Einhörnchen und die giftige, gelbe Schlange (schlafend im Baum) gesehen. Luki konnte sogar noch einen Schwertfisch sehen, aber da war ich zu langsam :).

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Was wir dann noch zu sehen bekamen, war ein Zweifinger-Faultier, welches im Baum hing und schlief. Und diesmal wirklich auf 1.80m und zum Anfassen. Haben wir natürlich nicht gemacht, aber das sah so niedlich aus, dass wir dann doch ein Fotos geschossen haben und dann aber weiter sind.

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Genau an der Hälfte des Weges drehten wir dann um und liefen zurück zum Strand. Eigentlich läuft man immer parallel zum Strand, aber man soll nicht über schwimmen und der Hauptstrand ist ganz am Anfang. Ab ins Meer, welches auch recht warm war, aber schon ein bisschen kühler, als das auf der Pazifikseite.
Danach sind wir aus dem Nationalpark raus und haben den super tierreichen Tag mit einem guten Abendessen im Dorf ausklingen lassen.

Tag zwei im Nationalpark – weniger Tiere mehr Meer

Gespannt, ob man jeden Tag so viele Tiere sehen kann, gingen wir am zweiten Tag wieder in den Nationalpark. Direkt am Eingang sassen dann über uns die Brüllaffen, was schon ziemlich cool war.
Weiter gings den bekannten Weg hinunter, aber es liessen sich nicht ansatzweise so viele Tiere blicken. Macht ja nix, die Natur und Pflanzen sind ja auch toll zum geniessen und bestaunen. Wir kamen relativ schnell vorwärts und liefen noch etwas weiter als am vorherigen Tag. Schliesslich fanden wir eine ganz seichte Stelle mit kristallklarem Wasser und setzten uns dort in diesen natürlichen Pool. In der Hälfte des Weges legen viele Schiffe zum Schnorcheln ab und ein paar Meter weiter vorne badeten ganz viele Leute, hier waren wir kurz ganz alleine :).
Beim Abtrocken ist dann noch ein Schmetterling auf mir drauf gelandet, also auf dem Bikini-Oberteil. Hat wohl gedacht es sei eine Blume und liess sich auch nicht vertreiben. Echt putzig und hautnah :P
Auf dem Rückweg liefen wir noch an ein paar Totenkopfäffchen vorbei, die scheuer zu sein scheinen als die restlichen Affen des Parks, denn als sie bemerkten, dass Leute da sind, zogen sie sich ganz schnell zurück in die Tiefen des Parks.
Ausserdem kam uns noch ein Eichhörnchen ganz nah, als wir alleine auf dem Weg waren. So süss mit einer riesigen Nuss im Maul.
Am Strand zurück angekommen, schwammen und badeten wir ein bisschen ausgiebiger als am Tag zuvor, bummelten noch ein bisschen durchs Dorf und kauften das Bustickte für den nächsten Tag.

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Reise nach Alajuela – Dauerstreik

Unsere Reise nach Alajuela barg dann noch ein bisschen mehr Überraschungen als erwartet. Um 8 Uhr morgens nahmen wir den Bus, der innerhalb von vier Stunden mit nur einem Halt nach San José fahren sollte. Leider ist immer noch Generalstreik in Costa Rica und wir standen an einer Strassenblockade still. Nach mehr als 1.5 Stunden ging es dann weiter und wir fuhren an den Demonstranten vorbei – ca. 25 Leute, die nun die Gegenseite blockierten. Mit ca. zwei stündiger Verspätung trafen wir in San José ein, wo wir erst mal von den Taxifahrern belagert wurden. Da Alajuela in der Nähe vom Flughafen ist und wir zwei Backpacker trafen, die zum Flughafen wollten, taten wir uns zusammen. Eigentlich sollte der Taxifahrer uns nur zur nächsten Bushaltestelle fahren, an der wir den Bus zum Flughafen nehmen wollten. Als wir dann im Taxi waren, sagte uns der Taxifahrer aber, dass wegen des Streiks keine Busse fahren, da in San José die Hauptstrasse blockiert wurde. Wir vereinbarten mit ihm, dass er uns zu einem festgesetzten Preis zum Flughafen fuhr. Auf dem Weg dahin sahen wir dann einige Busse, die offensichtlich zum Flughafen fuhren, was uns etwas nervte, aber da wir zu viert waren, waren die Taxikosten nicht immens. Jedenfalls nicht, bis uns der Taxifahrer am Flughafen offenbarte, dass er nicht dem Dollarpreis zugestimmt habe, sondern dem Betrag mal Tausend in Colones. Das war dann das Doppelte. Wir waren dann alle ziemlich angepisst und hatten auch nicht mehr Bargeld dabei. Als wir dann unser letztes Geld zusammen gekratzt hatten, kamen wir auf ein paar Dollar mehr und er liess und ziehen. Wieder was gelernt: Mindestens drei Millionen mal die Währung sagen :D
Vom Flughafen aus konnten wir dann ohne Probleme nach Alajuela mit dem Bus und wurden dort von einem sehr lieben Mann, der uns angesprochen hat, bis vor der Tür vom Hostel geführt.
Nach einer kurzen, aber ruhigen Nacht ging es dann um 5 Uhr los zum Flugenhafen. Nächstes Ziel: Panama City.

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