Bogotá - Kurzaufenthalt mit Höhen und Tiefen

Wir überspringen den Salento Beitrag zu Ehren von Lukis Geburtstag. Mit einer leichten Verspätung kommt hier sein Gastbeitrag über Bogotá.

Salento nach Bogotá

Von Salento machten wir uns auf nach Bogotá. Einfach mal an den Strassenrand stehen dann kommt ein Bus. Dies war so, Rucksäcke und Kinderwagen kommen auf den Beifahrersitz und der Rest hinten in den Kleinbus. Wie immer Holpermassage und Abgase inklusive. Was lustig ist und uns die ganze Reise schon begleitet, um so gefährlicher der Bus aussieht, umso mehr Heiligenbilder sind aufgehängt, was uns nicht wirklich beruhigt. Kleine Notiz am Rande, seit ich mit mehreren Bussen in Südamerika gefahren bin, habe ich fast keine Flugangst mehr. Auf halber Strecke gab ich meinen Sitz einer älteren Frau und stand. Was ich nicht einkalkuliert habe, war, dass ich wiedermal zu gross ausgelegt bin, für den südamerikanischen Busstandart. Den Rest der Busfahrt verbrachte ich mit Blick auf den Boden und verkrampftem Festhalten.
In Armenia angekommen ergatterten wir uns ein Billett für die 9h Busfahrt nach Bogotá. Der Bus war ein Car (deutsch: Reisebus) und sehr luxuriös mit unerwartet viel Beinfreiheit. Die Fahrt nach Bogotá war wunderschön über Pässe an Schluchten vorbei und durch gigantische Hochebenen. Es ist erstaunlich zu sehen, was und wie alles über die Pässe gekarrt wird. Ausser einer Panne von ca. 30min verlief die Fahrt reibungslos und wir kamen am Abend in Bogotá auf 2`800 M.ü.M an. Da wir keine Lust mehr auf Busfahren hatten, nahmen wir ein Taxi ins Hotel. Der Taxifahrer war sehr jung und es stellte sicher schon bald heraus, dass er nur die grobe Richtung unseres Ziels wusste, was bei einer Stadt mit 7.5 Millionen Einwohner suboptimal ist. Bei jeder roten Ampel fragte er bei den anderen Taxifahrer nach, wo unser Ziel ist. Am Ende hatten wir 1.5h für eine Fahrt von 0.5h und wenn man weiss, wie der Taxifahrer gefahren ist, haben wir in 1h Verzögerung echt viele Kreise gezogen. Am Ende kamen wir im Hostel an und der Taxifahrer war echt nett und wahrscheinlich einfach unerfahren und er wollte noch das Dreifache des eigentlichen Preises. Da hat sich wiedermal gezeigt: immer vorab nach der Dauer und des Preises der Fahrt z.B. beim Hostel erkundigen. Mittlerweile waren wir ein wenig geschwächt um 22:00 Uhr im Hostel angekommen und beim Eintreten in das Zimmer stellte sich heraus, dass direkt unter unserem Zimmer ein Restaurant war, welches laute Musik hatte. Laute Musik nach südamerikanische Art, wir waren also dabei. Die beste Lösung wäre wahrscheinlich gewesen nach unten zu gehen und mitzufeiern, doch wir waren zu müde und die Nerven lagen blank.

2. Tag Bogotá

Da wir in Medellín zwei Woche verbrachten, hatten wir genug von der Grossstädte und haben nur noch ein voller Tag im Bogotá eingeplant. Nicht sonderlich ausgeschlafen und mit roten Augen von der Bettdecke machten wir uns auf zum Hügel (3`200 M.ü.M) Monserrate. Da wir im Internet gelesen haben, dass es zu gefährlich sei hochzulaufen betreffend Überfälle und dies uns auch noch das Hostel ans Herz legte, nahmen wir die Gondel nach oben. Im Nachhinein haben wir das Gefühl, dass man gut nach oben laufen kann, was uns auch andere bestätigten, die dies gemacht haben. So aber kamen wir in den Genuss der Gondel, welche in Baden hergestellt wurde. Es ist lustig was bei einem Heimweh auslöst, wenn man übermüdet ist, plus sich noch an die dünne Luft in der Höhe gemischt mit viel Abgasen gewöhnen muss. Oben angekommen hat man eine atemberaubende Aussicht über Bogotá. Die Stadt liegt in einer Hochebene umringt von Bergen. Man hat das Gefühl, es wurde ein Sack Häuser ausgeleert und an gewissen Orten schwappten sie noch auf die Hügel. Es hat ganz wenige hohe Häuser und man frag sich, ob irgendeine städtebauliche Planung existiert. 
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Nach einen sehr feinen Nachmittagsmahl, wiedermal Spaghetti - wer meine Essenvorlieben kennt, weiss, wie ich mich über den Tageshit gefreut habe. Am Abend setzten wir uns noch in eine kleine gemütliche Beiz, wo es das BCC Bier von Kolumbien gab…

3.Tag

Gepackt und mit roten Augen ausgerüstet machten wir um 6:00 Uhr auf, Richtung Flughafen. Alles klappte und wie sind pünktlich am Flughafen um nach Quito zu fliegen. Doch schon beim ersten Monitor stand Flug (gecancelt). Scheinbar kommt dies oft vor bei der Fluggesellschaft Tame und es ist ein echt cooles Gefühl, wenn man Zeit hat und es einem nicht wirklich interessiert, wann der Flieger geht. Irgendwann ging dann der Schalter auch mal auf und wir bekamen mitgeteilt, dass unser Flieger von 9:30Uhr auf 24:00Uhr verschoben wird und wir in ein Hotel transportiert werden. Dort angekommen, staunten wir nur über das grosse Zimmer mit Fernseher und eigenem Bad. Auch erfuhren wir, dass wir Morgen-, Mittag und Nachtessen bekommen. Zugegeben, es war nicht wirklich ein überdurchschnittlich Hotel, aber führ uns war es einfach genau das richtige zur richtigen Zeit und wir freuten uns wie kleine Kinder. Ausser die drei Mahlzeiten und eine Kaffee ausserhalb des Hotel einzunehmen, machten wir nichts. Wir nutzten das Hotelzimmer aus zur Erholung, es war auch Sonntag und es kam American Football im Fernsehen. Um 20:30Uhr machten wir uns wehmütig auf zum Flughafen. Wir waren ca. als zehnter an den drei Check-in Schalter doch wir mussten 1h warten, bis wir drankamen. Als wir das Ticket hatten, blieben wir schon bei der ersten Kontrolle hängen, weil unser Ticket nicht korrekt war. Zurück am Check-in Schalter waren wir nicht die einzigen und es bildete sich ein lustiger, wütender Mopp. Ein verantwortlicher der Tame sorgte dann dafür, dass wir trotz fehlerhafter Tickets durchgelassen wurden. Dies und noch mehrere kleine Aussergewöhnlichkeit führten dazu, dass unser Vertrauen für den Flug nicht mehr ganz da war. Schliesslich war es so weit und wir hoben mit einer kleinen Verfrühung ab.

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