Baños - Kurort und Outdoorhauptstadt

Nach einer nicht allzu langen Busfahrt nach Baños kamen wir in einer kleinen Stadt an und fanden mit der freundlichen Hilfe eines Tourbürobesitzers unser Hostel direkt. Wie so oft war das Hostel quasi Hotelstandard und wir freuten uns über die grosse Dusche und das grosse Zimmer mit toller Aussicht über die Schlucht, durch die ein Fluss hindurch fliesst. Da es nun bereits abends war, liefen wir durch das dunkle Dorf mit seiner Beleuchtung und hielten bei einem Restaurant, welches Schweizer Raclette servierte. Da es leider diverse Speisen der Karte nicht gab, nahm Luki das Raclette als Apèro und war sogar recht zufrieden mit dem Käse, auch wenn er, laut seiner Aussage, etwas neutral geschmeckt hat. Besser als Cheddar :D
Wir liefen weiter durch die Strassen und sahen viele Tourbüros, bei denen man alle möglichen Outdoor-Aktivitäten buchen konnte – Canyoning, Mountainbiking, Rafting, Bungee-Jumping, Canopy (ein Stahlseil, an welches man festgemacht wird und an dem man dann runterrutscht) etc. Viele Jeeps kamen gerade vollgeladen mit Mountainbikes zurück zu den Büros und räumten alles ein. Manche parkten sogar den ganzen Jeep im Büro. Gewusst wie. ;) Uns wurden ausserdem viele Massagen angeboten, was dann wiederum zu dem Grund passt, warum viele hier herkommen und was auch der Namensgeber dieses Ortes ist: Thermalbäder. Der Ort hat sehr viele Thermalbäder, die alle aus Quellen eines naheliegenden Vulkans gespiesen werden. Zusammen mit den weiteren, günstigen Wellness angeboten (wie Massagen) macht es den Ort zu einem beliebten Ferien- und Wochenendziel für Einheimische und Touristen. Zusätzlich scheinen die Outdooraktivitäten das Angebot abzurunden, so dass man tagsüber aktiv sein und sich dann gegen Abend gut erholen kann. Nach dem wir eine feine Burrito-Bowl (ein Burrito in einer Schüssel) gegessen hatten, fanden wir auch die Bar- Strasse mit den ganzen Clubs und Kneipen, die ihre Musik bis auf die Strasse tönen liessen. Wir liessen das Nachtleben sein und gingen zurück ins Hotel

Tag 1

Nach einem feinen Frühstück auf dem Balkon des Hotels mit wunderbarer Aussicht, machten wir uns mit dem Bus auf den Weg zum Pailón del Diabolo (Teufelsschlucht) mit einem gewaltigen Wasserfall. Die Busfahrt war kurz und wir konnten, nach dem wir einen Fruchtsaft getrunken und dabei Heidi auf Spanisch geschaut hatten, direkt los laufen. Es ging ca. 20 Minuten bergab, bis man zum Eingangspunkt kam. Dort wurden wir 20 Meter weiter geschickt und standen dann direkt neben dem Wasserfall. Der Wasserfall ist deswegen so beeindruckend, weil er recht hoch ist, aber auch, weil dort sehr viel Wasser, sehr schnell durchfliesst. Man hatte tatsächlich eher den Eindruck, dass man neben einer geplatzten Hochdruckleitung stand als an einem romantisch plätschernden Wasserfall. Sehr, sehr beeindruckend. In dem Becken, in dem der Wasserfall landete, gab es sicher eine 5 Meter hohe Gichtwolke, von der Wucht mit der der Wasserfall dort aufschlägt. Durch einen sehr niedrigen „Gang“, der im Felsen eingeschlagen ist, klettert man ein wenig höher und näher an den Wasserfall und kann sich dann sogar dahinter stellen. Das ist allerdings eine eher nasse Angelegenheit.

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Wir trafen noch einen Österreicher, den wir bereits während der 2-Tageswanderung in einem Hostel getroffen hatten und gingen später mit ihm noch was essen und tranken einen Michelada mit fantastischer Aussicht auf die Schlucht. Er war mit einer anderen Reisenden mit dem Mountainbike von Baños aus dort hin gefahren. Gute Idee, die wir leider nicht hatten. Hehe
Wir fuhren also wieder mit dem Bus zurück und entschieden uns die Thermalbäder am nächsten Tag zu besuchen.

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Tag 2

Ein weiteres, tolles Frühstück mit Aussicht und danach schlenderten wir durch das Dorf, tranken Kaffee in unterschiedlichen Cafés und Bäckereien und sahen uns ein bisschen um. Das Dorf ist auch bei Tageslicht schön zum Anschauen und es gibt auch eine Markthalle, in der man ähnlich wie in Quito, für wenig Dollar Mittagessen kann. Das scheint hier noch absurder, denn auf Grund des hohen Tourismusaufkommens sind die Preise im Restaurant verhältnismässig hoch. Wir buchten unseren Bus nach Cuenca, eine Stadt recht weit im Süden, die wir spontan mit in unsere Reise aufnahmen. Ausserdem ass ich einen riesigen Salat, was echt gut tat, nachdem ich einige Zeit nur warmes Essen bzw. Frühstück gegessen hatte. Am Abend gingen wir dann zu einem der Thermalbäder, welches auch mit einem Dampfbad ausgestattet war. Es war schön dort am Abend zu sitzen, die Pools sind alle an der frischen Luft und das Dampfbad wärmte dann auf, nach dem man an der kalten frischen Luft rumgelaufen war. Auf dem Weg zurück sahen wir dann noch einen Süssigkeitenmacher bei der Herstellung seiner Süsswarenmasse zu. Die Masse wird an einen Haken in der Wand eingehängt und in die Länge gezogen, um den Haken gefaltet und wieder in die Länge gezogen usw. Wie lange das so geht, wissen wir nicht, aber es sah recht anstrengend und auch nicht so besonders hygienisch aus. =)
Am nächsten Tag setzten wir uns dann in den Bus, um sieben Stunden nach Cuenca zu fahren.