Ab ans Meer - mit Verzögerung

San José nach Sámara
Ursprünglich haben wir angedacht erst an die karibische Küste zu fahren, weil dort das Wetter nun besser ist als im Rest des Landes. Momentan ist Regenzeit (auch Green Season, weil alles blüht) und es gibt überall Niederschläge, dort wohl am wenigsten. Da wir aber planen mit dem Bus nach Panama weiter zu fahren und dies am besten von der karibischen Seite aus geht, sind wir nun an die Westküste.
Am Donnerstag wollten wir darum eigentlich los nach Sámara. Eigentlich, weil wir dann, als wir mit dem ganzen Gepäck an der Busstation anstanden, erfahren haben, dass die Hauptverbindungsstrasse dorthin gesperrt ist und keine Busse fahren.

Generalstreik
Der Grund dafür war eine Blockade wegen eines Generalstreiks, der seit Montag (10.09.) mit offenem Ende in ganz Costa Rica ausgerufen ist. Der mit dem Streik wollen die Einheimischen eine Steuerreform abwenden, die u.a. Steuererhöhungen auf Lebensmittel und öffentliche Services (auch Schulen und Gesundheit) vorsieht. Den Streik haben wir schon die ganze Woche über mitbekommen, es gab viele Kundgebungen und Protestmärsche in der Stadt, wirklich betroffen hat er uns aber nie, da wir ja immer zu Fuss unterwegs waren.

Tschö mit ö
Als wir dann bemerkt haben, dass es Richtung Nordwesten wirklich gar keine Möglichkeit gibt, haben wir uns dann eine Unterkunft in der Nähe der Busstation gemietet, in der wir eine weiter Nacht verbrachten.
Das Zimmer war ganz cool, mit Terrasse und Blick auf die ganzen Häuser. Wir waren nun eigentlich am anderen Ende der Stadt und das Viertel sah komplett anders aus als das erste. Das erste war geprägt von grossen Regierung- und Gerichtshofgebäuden, die Menschen waren hauptsächlich hier um zu arbeiten. Überall war Security und die Strassen waren sehr sauber. Dieses nun schien wirklich ein Wohngebiet zu sein. Die (vergitterten) Häuser reihten sich aneinander und es lag auch mehr Abfall (wenn auch meistens in Säcken) auf der Strasse. Trotzdem fanden wir es echt cool, jedes Haus hat eine andere Farbe und es wirkte irgendwie heimeliger. Zu dem haben wir dort eins der besten Casados - ein Mittagessen mit Reis, Bohnen, Salat und anderen Beilagen (nach Wahl: Gemüse, Ei, Fleisch) gegessen. Zum Frühstück gibt's ja auch häufig Reis und Bohnen, aber die sind im Gegensatz zum Mittagessen vermischt :D Beides ist immer sehr fein gewürzt. 

Weiterfahrt
Am nächsten Morgen ging es dann um 5.30 mit dem Bus weiter nach Nicoya, dort mussten wir dann umsteigen nach Sámara. 
Die Verbindung nach Nicoya ist scheinbar ziemlich beliebt und eventuell hatten einige Leute die gleiche Idee, wie wir (möglichst früh weg, dann streikt noch keiner). Jedenfalls gab es keine Sitzplätze mehr :D So standen wir nun also die fast die gesamte 4.5 stündige Fahrt nach Nicoya in einem vollen Bus. Gegen Ende war es dann doch sehr anstrengend, da es auch immer heisser wurde, wir haben überlebt und nach Sámara ging es durch eine tolle, wunderschöne Dschungel- Landschaft mit Sitzplatz und Aussicht. :)

Sámara
Hier sind wir nun also, direkt am Meer und geniessen das Wetter und warme Wasser. Das, was wir bis jetzt von Sámara gesehen haben, ist sehr auf Touristen ausgelegt - es gibt viele Geschäfte mit Krimskrams und Restaurants mit europäischem / amerikanischen Essen und viele Surfschulen, dennoch ist es sehr gemütlich.
Der Strand ist recht lang und überhaupt nicht überlaufen oder so. Es gibt Ebbe und Flut und bei Flut kommt das Wasser bist an die Liegestühle von unserm "Hotel". Die Wellen sind (jedenfalls für mich) eindrücklich hoch, zum Surfen lernen scheinbar super und Luki freut sich auch drüber :)
Ab und an kommt mal eine Herde Pferde *kreisch* oder Kühe vorbei und es tummeln sich auch mega viele Hunde hier, die aber alle wirken, als hätten sie Besitzer.
Die Hotels hier sind auch nicht so riesige Komplexe, sondern bestehen meistens aus Bungalows, die entweder komplett gemieten werden können, oder in mehrere, einzelne Zimmer unterteilt sind. Wir haben hier ein Doppelzimmer mit eigenem Bad. Ausserdem gibt es eine Gemeinschaftsküche, worüber ich ganz froh bin, ich mag kochen nämlich echt gerne und das Gemüse und die Früchte hier sehen so cool aus. Luki würde lieber immer Essen gehen. Gestern gab's für ihn übrigens Ravioli. hahaha da war wieder einer glücklich.
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Unabhängigkeitstag
Am 15.9. ist der Unabhängigkeitstag in Costa Rica. Heute Morgen gab es eine kleine Parade der örtlichen Schule mit Musik und Fahnen durch den Ort. Sehr süss. =)

Gestern war ich echt fertig und bin um 19.00 Uhr ins Bett gegangen. Heute Nacht hat es dann ordentlich geschüttet und als wir heute früh morgen aufgestanden sind, war bestes Wetter. Bis jetzt haben wir gefrühstückt und waren im Meer schwimmen und jetzt gibt es gleich Mittagessen. Haben was eingekauft, es gibt Wraps mit jede Menge Gemüse und Pico de Gallo, das Tomaten, Limetten, Zwiebel-Gemisch. Nom nom nom

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